Urteil im Harand Prozess

Eishokey Bundesliga

Eishokey BundesligaEishockeyfans haben wahrscheinlich vom Prozess des Profispielers Christoph Harand gegen die Österreichische Eishockey Bundesliga gelesen. Ausgangslage war, dass Harand einen befristeten Vertrag beim Eishockey Club Dornbirn hatte. Dieser wurde 2012 nicht verlängert. Nach Auffassung des Klägers war der Grund dafür, eine umstrittene Punkteregelung der Eishockey Bundesliga. Worum geht es bei diesem System?

Jeder Verein hat 60 Punkte zur Verfügung, für jeden Spieler werden je nach Alter bis zu 4 Punkte pro Spieler fällig. Spieler unter 24 Jahren „kosten“ dabei 0 Punkte und sind für die Vereine daher besonders attraktiv.

In verschiedenen Zeitungen war unlängst zu lesen, dass das Erstgericht zum Schluss kommt, dass diese Punkteregelung zulässig sei. Dabei handelt es sich jedoch um eine Missinterpretation dieses, im Arbeitsrecht sehr intereessanten Urteils, die wir an dieser Stelle richtigstellen möchten.

Das Landesgericht für Zivilrechtssachen stellte in seiner Entscheidung fest, dass der Spieler im konkreten Fall nicht durch die Regelung benachteiligt wurde, weil es zwischen dem Punktesystem und der Nichtverlängerung seines Vertrages keine Kausalität gibt. Kurzgesagt, die Punkteregelung war nicht der Grund, warum der Vertrag nicht verlängert wurde. Daher hat das Gericht das System selbst nicht geprüft. Es kann also durchaus sein, dass es bei einem anderen Spieler diese Regel doch ausschlaggebend war. Dann hätte ein Gericht tatsächlich zu prüfen, ob dieses System gegen das Gleichbehandlungsgesetz verstösst, weil es ältere Spieler gegenüber jüngeren benachteiligt. Da einige ähnliche Prozesse gerichtsanhängig sind, dürfte diese Rechtsfrage bald geklärt werden.

Das gegenständliche Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Es ist mit einer Berufung zu rechnen.

Related Post

Kommentar hinterlassen zu "Urteil im Harand Prozess"

Hinterlasse einen Kommentar

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*