Feiertage bei Teilzeitarbeit

Feiertage bei Teilzeitarbeit

22. November 2014 2 Von Gregor

Statistiken zeigen, dass immer mehr Menschen in Österreich Teilzeit arbeiten. Rund um die Feiertage stellt sich dann bei vielen einige arbeitsrechtliche Fragen? Muss ein Arbeitnehmer einen Feiertag einarbeiten? Bekommt er einen Ersatz-Feiertag, wenn dieser auf einen Tag fällt, an dem er ohnehin nicht arbeiten würde? ZPO.at möchte diese Frage beantworten.

Die entsprechenden arbeitsrechtlichen Bestimmungen finden sich im Arbeitszeitgesetz (AZG). Ein Teilzeit-Arbeitnehmer, der täglich beispielsweise 4 Stunden arbeitet, hat an einem gesetzlichen Feiertag frei. Diesen Tag bekommt er bezahlt, als hätte er seine 4 Stunden gearbeitet. Eine Kompensation dafür, dass Vollzeitmitarbeiter normalerweise 7.40 Stunden arbeiten würden, erhält er nicht.

Wie sieht es jedoch aus, wenn man nicht an jedem Tag der Woche arbeitet? Dar der Arbeitgeber verlangen, dass ein Feiertag, der auf einen Wochentag fällt, an dem der Arbeiter anwesend ist, die Arbeitszeit so umlegen, dass der Arbeitnehmern diesen Tag einarbeiten muss? Arbeitet ein Angestellter beispielsweise jeden Montag und Mittwoch, hat er Anspruch au einen bezahlten Feiertag, wenn dieser auf einen Montag oder Mittwoch fällt. Der Arbeitnehmer ist nicht verpflichtet, diesen Tag nachzuholen.

Diese Bestimmung gilt jedoch in beide Richtungen. Fällt der Feiertag auf einen Tag, an der er normalerweise nicht arbeitet, bekommt er keinen Feiertag. Diesen darf er nicht an einem anderen Tag kompensieren. Der Gesetzgeber ist dabei wohl davon ausgegangen, dass sich so die Ansprüche über mehrere Jahre hinweg ausgleichen.

Etwas unklar ist die Situation, wenn der Arbeitnehmer nicht immer an denselben Tagen arbeitet, sonder sich die Arbeitszeit frei einteilen kann. Diesen Fall sollte es zwar nach der Auffassung des Gesetzgebers nicht geben, da das AZG vorseiht die Lage der Teilzeitarbeit bei Arbeitsantritt schriftlich festzuhalten, die Praxis sieht aber anders aus. Die Unternehmen und Mitarbeiter sind flexibler als das Gesetz. Aussagekräftige Judikatur zu diesem Fall liegt derzeit nicht vor, wohl auch darum weil in den Fällen, in denen es so gehandhabt wird, Arbeitnehmer und Arbeitgeber eine einvernehmliche Lösung finden. Sollte es trotzdem zu einem Rechtsstreit kommen, gehe ich davon aus, dass der Arbeitnehmer recht bekommt, denn der Arbeitgeber hat die im AZG normierte Pflicht verletzt. So wird man wohl davon ausgehen können, dass der Arbeitnehmer aliquoten Anspruch auf die gesetzlichen Feiertage hat.